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Diese Zigeuner-Mystik ist Teil des Buketts von „Religionssammlern“, die – ohne um die eigene Familie, Nachbarschaft oder Ethnie zu wissen – Elemente der verschiedenen orthodoxen Religionen wie auch heterodoxer Lehren, dazu noch überlieferten Altglauben und heidnische Sinnstiftungen aufnehmen und verschmelzen und so Traditionen Genüge tun, Paradoxien auflösen und Lücken bei der religiösen Ausdeutung der Welt schließen. In einsamer Versenkung, rituellen Grenzerfahrungen und lautstarken Debatten versuchen Mystiker – Laien wie Experten –, verschiedene Modelle der Welterklärung in Einklang zu bringen, ohne die Existenz Allahs und der Djinne in Frage zu stellen. Nur der Mystiker weiß, dass sich die dogmatischen Fundamentalisten irren, wenn sie die Lebensrealität und -erfahrungen der Menschen öffentlich an den religiösen Schriften ausrichten wollen. Die mystischen Glaubensvorstellungen und -praktiken bei Zigeunergruppen auf dem Balkan hingegen sind Reaktion auf vielfältige Bedrohungen, denen heute Gemeinschaften allgemein ausgesetzt sind, und haben so auch eine wichtige integrative Funktion.
2018, 336 Seiten, Klappenbroschur, 17 x 24 cm;
ISBN: 978-3-938533-65-9
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Das vorliegende Buch nähert sich diesem Phänomen sowohl aus soziologischer, ethnologischer und historischer Perspektive als auch aus der Sicht der Romani sprechenden Gabor selbst. So wird eine kongruente Geschichte dieser Kultur geschrieben sowie kleine Geschichten erzählt, die einen Einblick in die Vielgestaltigkeit dieses über Jahrhunderte gewachsenen Familienverbandes gewähren. Dabei untersucht der Autor die Bedeutung von Verwandtschaft, stellt Rituale des Konflikts und der Versöhnung zwischen Familien dar, erzählt von komplexen Heiratsregeln, religiöser Sinnsuche und Selbstbehauptungsstrategien bei den Gabor. Familiäre Erinnerungen werden mit auktorialen Beobachtungen verknüpft und lassen den Leser eintauchen in das Leben von Dachrinnenbauern, TrödelhändlerInnen und Kupferschmieden.
2012, 304 Seiten, Broschur, Abbildungen/Tabellen, 17 x 24 cm;
ISBN: 978-3-938533-41-3
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Damit deutet der Fall der Rudari und Bajeschi auf eine zentrale Fragestellung bei der Erforschung von Roma- und Zigeunergruppen weltweit hin: Sind alle Zigeuner gleichzeitig Roma? Eine Antwort auf diese Frage wird nur finden, wer marginalisierte Gruppen wie eben auch die Rudari und Bajeschi in ihrer Kultur, ihrer Binnenorganisation und ihren gesellschaftlichen Kontexten begreift. Ihre Geschichte bietet eine Möglichkeit, um die Entwicklungsprozesse von der Entstehung gesellschaftlicher Subsysteme bis hin zur Ethnisierung zu verstehen.
Inzwischen ist der Diskurs auch auf der Ebene der Menschen selbst angekommen. Für viele unter den Rudari und Bajeschi stellt ihre unklare Herkunft eine große Verunsicherung dar, da sie weder von den Rumänen noch von den Roma als zu ihnen gehörig anerkannt werden. Einigen aber gelingt es, von dieser Situation zu profitieren, da sie sich je nach Bedarf dem einen oder dem anderen Lager zuordnen können.
2009, 200 Seiten, Broschur, 12 s/w-Abbildungen, 3 Karten, 20,5 cm x 14,5 cm;
ISBN: 978-3-938533-29-1
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Auch wenn der Schwarzmeerraum unter griechischer, byzantinischer und osmanischer Herrschaft einheitlich geprägt war und die Moderne die Anrainerstaaten erneut im Erscheinungsbild nivelliert, so vereinigt er doch sehr ungleiche Kulturströme. Die Zigeuner, die an all diesen historischen Bindungen und Lösungen nahe dem Schnittpunkt der Kontinente Asien, Europa und Afrika teilhatten, spiegeln deren Vielfalt auf eine ganz besondere Weise. Sie haben es über Jahrhunderte verstanden, die Zwischenräume der herrschaftlichen Blöcke auszufüllen und damit die dominanten Räume im Frieden wie im Krieg auf eine spezielle Art zu verbinden. Zigeuner sind hier im zirkumpontischen Zentrum der Alten Welt schon immer zu Hause gewesen; sie sind gleichermaßen Westasiaten wie Nordostafrikaner und Südosteuropäer. In allen drei Kontinenten konnten sie sich verbreiten und ab dem 16. Jahrhundert auch in die Neue Welt auswandern. Sie gehören zur Weltzivilisation als das jeweils andere der Dörfler, der Städter und der staatlichen Ordnungen im Morgen- wie im Abendland.
2008, 184 Seiten, Hardcover, Bildband (150 farbige, 15 s/w-Abbildungen), 30 x 30 cm;
ISBN: 978-3-938533-13-0
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