Zigeuner am Schwarzen Meer.

[Hgg.: Elena Marushiakova / Udo Mischek / Vesselin Popov / Bernhard Streck]

44,90 

In Südosteuropa reicht der riesige eurasische Steppengürtel bis zum Kaspischen und Schwarzen Meer; dahinter türmen sich Gebirge und Hochländer auf: Kaukasus und Armenien, Pontisches Gebirge und Anatolien, die Rhodopen, der Balkan und die Karpaten. Aus dem Gegensatz zwischen den nördlichen Tiefländern mit seinen unruhigen Hirtenvölkern und den südlichen Bergländern mit alter Bauern- und Schäferbevölkerung sind die ersten Stadt- und Reichskulturen erwachsen, mit Königen und Priestern, Handwerkern und Bauern, Hirten und Händlern, Sängern und Bettlern – alle gleichsam eingerührt in den Wirbel des von den alten Griechen so genannten Meeres der Gastfreundschaft (Pontos Euxeinos). Der vorliegende Band möchte aus dem Völkerreigen, der sich seit undenklichen Zeiten im Hinterland der Häfen des Schwarzen Meeres immer neu entfaltet, die aus diesem Raum wenig bekannten Zigeuner vorstellen; das sind kleine Gruppen und Familien, die bei all ihren verschiedenen Gewerben, Sprachen und Sitten eines gemeinsam haben: das spannungsreiche Verhältnis zur Mehrheitsbevölkerung.

Auch wenn der Schwarzmeerraum unter griechischer, byzantinischer und osmanischer Herrschaft einheitlich geprägt war und die Moderne die Anrainerstaaten erneut im Erscheinungsbild nivelliert, so vereinigt er doch sehr ungleiche Kulturströme. Die Zigeuner, die an all diesen historischen Bindungen und Lösungen nahe dem Schnittpunkt der Kontinente Asien, Europa und Afrika teilhatten, spiegeln deren Vielfalt auf eine ganz besondere Weise. Sie haben es über Jahrhunderte verstanden, die Zwischenräume der herrschaftlichen Blöcke auszufüllen und damit die dominanten Räume im Frieden wie im Krieg auf eine spezielle Art zu verbinden. Zigeuner sind hier im zirkumpontischen Zentrum der Alten Welt schon immer zu Hause gewesen; sie sind gleichermaßen Westasiaten wie Nordostafrikaner und Südosteuropäer. In allen drei Kontinenten konnten sie sich verbreiten und ab dem 16. Jahrhundert auch in die Neue Welt auswandern. Sie gehören zur Weltzivilisation als das jeweils andere der Dörfler, der Städter und der staatlichen Ordnungen im Morgen- wie im Abendland.

2008, 184 Seiten, Hardcover, Bildband (150 farbige, 15 s/w-Abbildungen), 30 x 30 cm;
ISBN: 978-3-938533-13-0

 

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