Beschreibung
Ein 20-Jähriger aus der Gegend um Leipzig wechselt 1941 von der Schlosserwerkstatt in die Werkstatt des Krieges. Er repariert Motorräder, Lkws, Panzer etc. Diensteifrig wie Schwejk tut er dies gut, um den eigenen Einsatz an vorderster Front zu vermeiden. Sein Instandsetzungstrupp kommt bis 40 Kilometer vor Moskau, wird 1942 zur „Auffrischung“ nach Frankreich geschickt, in den Süden des Landes verlegt, mit einem privaten Abstecher nach Spanien. Wieder an der Ostfront hat Otto Ritter das Glück, kurz vor Stalingrad gestoppt zu werden. Dann geht es zurück – über das Gebiet der Ukraine, Rumänien, die Slowakei, Polen, Belarus, Litauen, Ost- und Westpreußen, Dänemark, Holstein bis nach Brandenburg. Dabei werden die Zweifel größer, der Frust, auch die Hoffnung, dass alles bald vorbei sein würde. Als Kradfahrer nimmt er sich einige Freiheiten heraus, und nachdem die Amerikaner sein Heimatdorf erreicht hatten, desertiert er – unternimmt ab Ende April 1945 mit einem Kameraden „eine Frühjahrswanderung ohne Befehle“. Sie schlagen sich durch und schließlich verleugnet unser Protagonist „frech wie Oskar“ sein Soldatsein. So hat er das Glück, nicht in Gefangenschaft zu geraten, sondern zu Hause seine Freundin in die Arme schließen zu können.
Die Liebesbriefe an sie und erhaltene Tagebuch-Notizen sind Basis für seine Aufzeichnungen.
2026, 248 Seiten, Festeinband, 45 Abbildungen s/w, 17 x 24 cm;
ISBN: 978-3-938533-78-9


![»Fast geht es mir wie dem Vaterlande ...«<br>Der Leipziger Heinrich Oskar Kunitzsch im Weltkrieg (1916–1918) – <br>Ein Kriegstagebuch<br><br>[herausgegeben und kommentiert von<br> Ralf C. Müller]<br><br>](https://eudora-verlag.de/wp-content/uploads/9783938533581-300x248.jpg)
![Alfred Graf von Schlieffen.<br>Stratege zwischen Befreiungskriegen und Stahlgewittern<br><br>[Wilhelm Hartmut Pantenius]<br><br>](https://eudora-verlag.de/wp-content/uploads/2016/05/9783938533574-300x478.jpg)

Volker Müllenhaupt –
Wie es im Leben so spielt: Dass ich von diesem Buch erfuhr, habe ich mehreren riesigen Zufällen zu verdanken. Auf einer Feier in Jena habe ich die Tochter von Otto Ritter, Frau Dr. Renate Tobies kennengelernt. Da ich gerade ein Buch aus Hinterlassenschaften meines Vaters über das Elend des Krieges fertiggestellt hatte und ihr übergeben konnte, erfuhr ich vom „Schwejk“.
Nun liegt es mir vor. Ich war beim Lesen gleich gefesselt. Aus vielen Gründen hat mich das Buch sehr bewegt. Die Erinnerungen und Briefe von Otto Ritter sind stets optimistisch gehalten, er hat immer an einen „guten“ Ausgang aus dem Schlamassel geglaubt. Er hat ja auch immer wieder riesiges Glück gehabt. Bei sehr vielen Ereignissen ist er durch seine Beherztheit und aber auch durch große Zufälle mit heiler Haut davongekommen.
Aber auch aus persönlichen Gründen haben mich die Schilderungen interessiert: Ist doch die Heimat Otto Ritters auch meine Heimat, sind mir die beschriebenen Schauplätze um Leipzig und Merseburg herum sehr gut bekannt, aber auch die Orte und Gegenden der Kriegsschauplätze konnte ich im Geiste sehr gut verfolgen, da mir vieles durch mein Studium in der Ukraine, Dienstreisen und viele private Reisen in die Ukraine sehr bekannt ist. Und zu guter Letzt: Anhand der Fotos von Otto Ritter im Buch bin ich mir jetzt sehr sicher, dass er ein Fachlehrer für Fachkunde von mir im ersten Lehrjahr (1965-66) war. Ich habe im damaligen VEB MAB Schkeuditz „Kühlanlagenbauer“ gelernt. Ich erinnere mich, dass sein Spezialgebiet Passungen und die verschiedenen Arbeitswinkel von Schneidwerkzeugen (Bohrer, Drehmeißel, Sägen, Hobeleisen usw.) waren.
Zufällig haben Frau Dr. Tobies und ich uns ja zur gleichen Zeit mit dem gleichen Thema befasst. Nur waren die Hinterlassenschaften meines Vaters lange nicht so vollständig, wie die ihres Vaters. Mein Vater hat ja auch keine eigenen Aufzeichnungen aufheben können, da er durch die Kriegsereignisse und bedingt durch den dauernden Rückzug sehr oft alles verloren hat. Er war Kanonier in einer Batterie, und diese wurde sehr oft durch Beschuss zerstört nebst sämtlichen persönlichen Sachen. Daher verfügte ich nur über alle Briefe und Aufzeichnungen, die sein Vater, mein Opa, gebündelt aufbewahrt hatte.
Das Buch „Schwejk im Zweiten Weltkrieg“ sollte vielen zur Mahnung dienen …
Volker Müllenhaupt, am 23. Mai 2026
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