UTE HARTWIG-SCHULZ.
Durchreise

Plastiken.
Installationen.
Projekte.

[Beiträge von Christine Dorothea Hölzig,
hg. von Ralf C. Müller]

12,00 

LEBEN UND TOD. ANFANG UND ENDE. WERDEN UND VERGEHEN. WIEDERKOMMEN. DURCHREISE.

Die 1963 in Berlin geborene Ute Hartwig-Schulz fand zum Ende ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste Dresden den Ort für ihren Lebenstraum: das kleine Dorf Prösitz, gelegen in der sächsischen Muldenlandschaft. Dort bildet seit mehr als einem Vierteljahrhundert ein alter Dreiseithof ihren Wohn- und Arbeitsmittelpunkt. Das Künstlergut, das als Künstlerhaus wirkt, genießt einen bemerkenswerten Ruf weit über die Grenzen Sachsens hinaus. Hier finden neben regionalen Kunst- und Kulturprojekten seit 25 Jahren jeden Sommer Symposien statt, zu denen sich Künstlerinnen aus ganz Europa bewerben. Ute Hartwig-Schulz schultert die Verantwortung. Sie ist weitsichtige Initiatorin, Managerin, viele Jahre auch Bauherrin und Mentorin für alle Aufgaben des „Künstlergutes Prösitz“, welches sich in der Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins befindet. Die Bildhauerin ist das Herz der Unternehmung, niemals eitel, aber selbstbewusst und kämpferisch, knüpft nationale und internationale Beziehungen, um Chancen für ein Voran- und Weitergehen des Projektes zu ermöglichen. Ihr Wirken in dieser Aufgabe, Möglichkeitsräume für viele Kunst- und Denkprozesse unserer Gesellschaft zu schaffen, geht von dem Begriff einer sozialen Plastik aus, den einst Joseph Beuys entwickelte. Dessen Konzept schließt in den Kunstbegriff ausdrücklich jenes menschliche Handeln ein, welches auf eine Formung der gesellschaftlichen Verhältnisse ausgerichtet ist.

In den Skulpturen, Plastiken und Installationen findet Ute Hartwig-Schulz sinnbildhafte Motive für ihre Fragen nach einer Standortbestimmung. Diese münden in der Suche nach dem heutigen Platz der Weiblichkeit, ihrer Autonomie und darin eingebettet der Mutterschaft; ihrer Kräfte und Wirkungen in der Gesellschaft – stets als Vergegenwärtigung und auch Konkretisierung des eigenen Selbstverständnisses.
Neben Müttern mit Kindern, die sie meist auf dem Schoß tragen, neben weiblichen Aktdarstellungen und geometrischen Figurationen, treten Kunstwerke mit markanten Zeichen hervor, deren Bedeutung und Symbolhaftigkeit sich Ute Hartwig-Schulz erschlossen hat. Es sind vor allem die Mondsichel und das Wildschwein. Neben der Sonne ist der Mond, „la Luna“, in allegorischen Beschreibungen das bedeutendste Gestirn und wird überwiegend weiblich gedeutet. Fast nur in der deutschen Sprache ist „Mond“ dem männlichen Geschlecht zugeteilt. Sein – ihr – Aufgehen und Verschwinden mit dem immer wiederkehrenden Entstehen der gleichen Figuren am Himmelszelt ist eindringliches Sinnbild jeglicher „Stirb-und-Werde-Gedanken“. Uralter Volksglaube weiß schon von der Beeinflussung irdischer Vorgänge durch die Mondphasen, welche eben nicht nur Ebbe und Flut bewirken sollen. Ute Hartwig-Schulz benutzt dieses Gestirn – markant als Mondsichel geformt, um sowohl den ewigen Kreislauf (im Himmel und so auch auf Erden) als auch die Zeit selbst als Dauer in ihre Arbeiten einzubringen.

Dieser Bildband beschreibt den Werdegang der Bildhauerin und die Entwicklung des Künstlergutes Prösitz. Er richtet sich an Menschen, die sich für bildende Kunst, Künstlerbiografien, Probleme der Werkfindung und -ausführung sowie für philosophische Themen interessieren.

 

2018, 64 Seiten, 51 Abbildungen, 3 Zeichnungen, Festeinband, 19 x 26 cm;
ISBN: 978-3-938533-66-6

 

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